Radtourenplanung

Eine Fahrradtour steht und fällt mit deren Vorbereitung. Die Tourenplanung ist einer der wichtigsten Punkte für eine gelungene Radtour. Dieser Artikel zeigt wieviel Zeit pro Tag zur Verfügung steht und welche Entfernung damit zurück gelegt werden kann.

Tagesplanung:

Zur Tourenplanung gehört als erstes die Errechnung der voraussichtlichen Tages-Kilometer-Leistung.
Dazu muss man wissen wie viel Stunden man am Tag fährt.

Es kann mit etwa 5,5 Stunden reine Fahrzeit gerechnet werden.
Als weitere Abschätzung sind folgende Rechnungen zu sehen:

Strecke pro Tag: ca. 4-6 h * 13-17 km/h = 50 - 100 km

Der Unterschied zwischen 50km und 100km ist natürlich gravierend. Es gibt Radler die sogar über 150km als Tagesleistung ansetzen.
Die Fahrdistanz ist von vielen Randbedingungen abhängig, die zum Teil förderlich wie auch hinderlich sein können.

Hier ein paar negative Faktoren:

  • Temperaturen unter 10 Grad Celsius
  • Temperaturen über 30 Grad Celsius
  • Regen, Schnee
  • Unebene Wege, die eine starke Konzentration auf den Fahrweg benötigen (Gelände, Teerlöcher, Teerverwürfe aber auch schlechte Straßenführung)
  • Bergauffahrt
  • Gegenwind
  • altes bzw. schlecht gepflegte Fahrrad (Plattfüße, hohe mechanische Reibung)
  • Knie- und Gesäßschmerzen
  • viel Gepäck bzw. Anhänger am Fahrrad

Hier ein paar positive Faktoren:

  • Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad Celsius
  • Bergabfahrt
  • Rückenwind
  • neues bzw. gut gepflegtes Fahrrad
  • Tandem ohne Fahrradanhänger

Planen Sie pro Woche nur 6 Tage ein.
Dies liegt daran, das man pro 7 Urlaubstage mindestens 1 Ruhetag nehmen sollte.
Der Ruhetag bringt für das Gesäß eine Entspannung, die Muskulatur kann sich ein wenig erholen und man kann an diesem Tag wunderbar die Wäsche waschen.

Strecke pro Woche: 300 - 600 km

Selbst mit einer Fahrzeit von 5 Stunden und einer Durchschnitts-Geschwindigkeit von 13km/h kann man in 3 Wochen fast 1200km radeln!

Etappenplanung

Nach der Tourenplanung ist die Etappenplanung das Zweitwichtigste bei der Radtourenvorbereitung. Diese ist notwendig, um überprüfen zu können, ob eine gewünschte Reise aufgrund der Ergebnisse der Tourenplanung überhaupt stattfinden kann. So zeigt dieser Artikel auf, wie wir die Etappen unserer Radtour ermittel können.

Abstandsermittlung:

Ist die Tourenregion bekannt, so hat man das Problem, das die Strecke den persönlichen Bedürfnissen nach aufgeteilt werden muß.
Eine Ausnahme ist natürlich die Radtour, die in einem Tag zu bewältigen ist.
Für alle mehrtägigen Radtouren hat sich nachfolgende Tabelle als sehr hilfreich erwiesen.
Sie beruht darauf, dass man bei der Tourenvorbereitung die (sinnvollen) Abstände zwischen den Orten nortiert. Dazu noch hinter den Orten, ob in diesem ein Campingplatz, Pension oder Hotel vorhanden ist. Auch Bahnhöfe könnten an dieser Stelle Sinn machen.

Beispiel eines Etappenplanes:

Abstand bis: Ortsname: Bemerkung:
0Km Molsheim C, B
6Km Rosheim C
5,5Km Obernai B
5,5Km Bourgheim -
4,5Km Stotzheim C+1,5

Legende:
C bedeutet Campingplatz im Ort.
P bedeutet Pension im Ort.
H bedeutet Hotel im Ort.
B bedeutet Bahnhof im Ort.
Ein Kurzzeichen plus eine nachfolgende Zahl bedeutet, dass dies entsprechen weit Weg (Km) ist.

Der Vorteil ist darin zu sehen, das man mit einem Tabellenkalkulationsprogram, wie z.B. MS EXCEL, sehr leicht ermittel kann, welche Orte in Frage kommen, wenn man etwa 60Km pro Tag fahren möchte und einen Campingplatz benötigt.

Zeitplanung

Natürlich ist es für die Planung einer Radreise wichtig zu wissen, wieviel Zeit dafür vorhanden ist.
Ich rechne für eine Woche Radurlaub (mit Zelt) 400km bis 500km.
Für geführte Touren oder Pensionstouren können es auch schon mal 700km sein.

Reiseziel

Ist geklärt, was für eine Art von Fahrradreise unternommen werden soll (geführte, Pensions- oder Zelt-Radtour), muß das Reiseziel festgelegt werden.
Hier bieten sich zum Beispiel Flüsse, Berge oder auch nur flache Landschaften an.

Viel weitergehende Vorbereitungen müssen getroffen werden, wenn man außerhalb von Deutschland bzw. Europa verreisen möchte.
Visa und Schutzimpfungen sind in einigen Ländern Pflicht.

Natürlich darf man im Ausland die Finanzierung für unterwegs nicht vergessen.
Reisechecks, Postbanksparbuch, EC-Karte (in der EU) oder Dollars sind wichtige Bargeldquellen und Zahlungsmittel.

Bei der Planung kann es aber vorkommen, daß sich herausstellt, daß die Reise nicht wie gewünscht durchzuführen ist und man deshalb auf eine andere Route ausweichen muß.
So zum Beispiel, wenn man nach Frankreich an die Loire möchte und sein Fahrrad von Deutschland aus vorausschicken will und die Deutsch Bahn keine Transportmöglichkeit zur Verfügung stellt.
Dies kann je nach Planung eine Sackgasse sein.
Darum sollte frühzeitig mit der Planung des Urlaubes begonnen werden, um gegebenenfalls auf ein anderes Ziel auszuweichen.

Da das Ziel einer Radreise der Weg ist, sollte man sich auch über diesen erkundigen.
Es gibt viele Möglichkeiten, an Informationen zu kommen.

So haben zum Beispiel die öffentlichen Bibliotheken ein großes Sortiment an Reise- und Landschaftsführern.

Auch können Fremdenverkehrsvereine angesprochen werden, die einem gegen ein geringes Entgelt ein Paket voller Informationen zusenden.

Das Internet scheint allerdings die beste Möglichkeit zu sein, um Informationen über Städte, Landschaften und Interessengemeinschaften zu erhalten.
Die meisten Orte und Interessensgebiet haben mittlerweile eigene Homepage, in denen alle Informationen zu finden sind.

Für Unterwegs ist es jedoch nicht empfehlenswert alle Bücher und Infos mit auf die Reise zu nehmen.
Kopieren Sie sich nur die wichtigsten Adressen und Kurzinformationen.
Jedes Gramm summiert sich!

Als Ideal bezeichne ich die Radreise, die vor meiner Haustür beginnt und auch dort wieder endet.

Das ist aber die absolute Ausnahme. Die meisten Touren beginnen irgendwo weit weg von zu Hause und enden weit weg von zu Hause. So muß geklärt werden, wie man den Startort erreicht und vom Zielort wieder nach Hause kommt.

Am einfachsten gestalten sich Rundkurse, weil man automatisch wieder am Startort angelangt.
Zum Beispiel der Bodensee. Mit der Bahn reist man zu dem am besten erreichbaren Bahnhof, mit dem Auto zu irgendeinem Ort am Bodensee.
Nach der Umrundung kehrt man automatisch zum Startpunkt zurück und tritt von dort aus seine Heimreise wieder an.

Das Problem des Fahrradtransportes hat man allerdings immer, egal ob mit Auto oder Bahn.
Beim Transport mit dem Auto muß man das Fahrrad auf kostspieligen und kraftstoffressenden Dachgepäckträger montieren und bei der Bahn muß man für die Hauptsaison lange im voraus buchen, um sich einen der seltenen Plätze zu reservieren.
Das Platzangebot für Radreisende ist aber in den letzten Jahren erheblich ausgebaut worden und läßt auf bessere Zeiten hoffen.

Fahrradkarten

Für den Radreisenden gibt es mittlerweile eine Reihe von brauchbaren Radwanderkarten in denen auch die Fernradwanderwege eingetragen sind.
Empfehlenswert für Deutschland sind die Karten der BVA "ADFC-Radwanderkarten" im Maßstab 1:150.000 und die "Deutschen Radwanderkarten" im Maßstab 1:100.000.

Es gibt aber auch Kartensätze für spezielle Touren, so zum Beispiel von der Elbe, dem Rhein, der Donau, etc. .
Diese Karten sind in gut sortierten Buchhandlungen einzusehen und zu erwerben.

Gepäck und Packlisten

Die maximal auf einem Fahrrad anzubringenden Taschen belaufen sich auf zwei Hinterradtaschen, zwei Vorderradtaschen, eine Lenkertasche, Zelt und ein Transportsack auf dem hinteren Gepäckträger.
Mehr geht nicht!

Als Selbstversuch bitte ich den Leser eine Liste zu erstellen, in der die Anzahl und die Art der Teile die man mitnehmen möchte, aufgelistet sind.
Wenn Sie damit fertig sind, legen Sie die Sachen einfach mal auf Ihre Waage (Haushalts- oder Personenwaage). Na, sind Sie überrascht?
Und jetzt probieren Sie mal diese Sachen in zwei große Einkaufstüten zu verpacken. Wie viele Teile bleiben liegen?

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Ich erkenne alle hier genannten Marken- und Warenzeichen an!